Felbinger kritisiert Schwarzer-Peter-Spiel beim Breitbandausbau in Langenprozelten

18 Januar 2018

Felbinger kritisiert Schwarzer-Peter-Spiel beim Breitbandausbau in Langenprozelten

Felbinger: HAB-Net und Telekom müssen endlich an einen Tisch und eine Lösung für den Bürger anstreben


 

Langenprozelten.
Die ganze Vielschichtigkeit der Regulationen beim Breitbandausbau, aber auch die Kompliziertheit der verschiedenen Förder- und Vergabeverfahren sieht Landtagsabgeordneter Günther Felbinger als das Grundproblem für den schleppenden Breitbandausbau in Langenprozelten. „Es ähnelt einem Schwarzen-Peter-Spiel, bei dem der eine dem anderen die Schuld zuschiebt und das ist für die Bürger so überhaupt nicht mehr nachvollziehbar“, kritisiert Felbinger. „Es muss endlich eine Lösung her und dazu müssen die beteiligten Partner, HAB-Net und Telekom, fair miteinander umgehen.“


Bereits Mitte November hatte er sich wegen der Verzögerungen beim Breitbandausbau in Gemünden und speziell seinem Heimatort Langenprozelten zuerst mit dem Leiter des Amtes für Digitalisierung, Vermessung und Breitband, Erhard Glaab, in Lohr zusammengesetzt. Dieser verdeutlichte, dass seitens seines Amtes alles in die Wege geleitet wurde, um den Ausbau zu vollziehen. Der Grund für die Verzögerung sei die Tatsache, dass sich Hab-Net vor der Telekom in die Vectoring-Liste bei der Bundesnetzagentur eingetragen hatte. Bei einem Gespräch mit dem Politikbeauftragten der Deutschen Telekom, Dr. Hans-Martin Rummenhohl, in München wurde Felbinger nach nochmaliger Rücksprache mit Klaus Markert, dem zuständigen Regionalleiter der Telekom, versichert, dass bis Ende Dezember alle Gemündener Stadtteile außer Langenprozelten angeschlossen werden würden. „Dies ist bedauerlicherweise auch nicht realisiert worden und in dieser Woche wurde mir nun Ende Januar für die übrigen Stadtteile zugesichert“, so Felbinger.


Für den Stadtteil Langenprozelten stellte die Telekom damals fest, dass es für den ihrerseits angestrebten Eigenausbau „ein weißer Fleck“ bleibe, jedoch die Möglichkeit bestehe, was auch nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur für den eigenwirtschaftlichen Ausbau mittels Vectoring vorgeschrieben sei, die diskriminierungsfreie zur Verfügungstellung der Infrastruktur des Mitbewerbers HAB-Net mittels eines sogenannten ‚Bitstream-Excess‘ anzuvisieren. Somit könnte mittels einer Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen der Telekom die Möglichkeit eingeräumt werden auf die Leitungen der HAB-Net zu gehen und den Telekom-Kunden in Langenprozelten schnelles Internet anbieten zu können.


Dies setzt allerdings voraus, dass der nötige Ausbau von HAB-Net mittels Vectoring erfolgt ist. Da HAB-Net sich bereits 2015 bei der Bundesnetzagentur in die Vectoringliste für den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Langenprozelten eintragen habe lassen und somit innerhalb von zwölf Monaten den Ausbau abgeschlossen hätte haben müssen, seien der Telekom letztendlich die Hände gebunden gewesen, um auf eine bestehende Infrastruktur der HAB-Net anschließen zu können.


Zum termingerechten Ausbau gibt es nunmehr unterschiedliche Aussagen der Beteiligten: Wie Jürgen Weigand von der HAB-Net Felbinger versicherte seien alle Arbeiten termingerecht ausgeführt worden und für die Bürger in Langenprozelten durchgehend 50.000 bis 100.000 Mbit/s verfügbar. Seitens HAB-Net bestehe Gesprächsbereitschaft, um mit der Telekom über eine vertragliche Vereinbarung für einen diskriminierungsfreien Zugang zu sprechen.


Klaus Markert von der Telekom wiederum weist daraufhin, dass man derzeit nicht wisse, ob HAB-Net überhaupt schon fertig ausgebaut habe, da diese viel zu spät mit dem Ausbau begonnen hätten. Er verweist auf eine weitere Schwierigkeit, die für sein Unternehmen für einen Vertragsabschluss mit der HAB-Net gewährleistet sein müsse: die Qualität der Leitungen bzw. des Anschlusses. In anderen Regionen habe er bereits die Erfahrung gemacht, dass Mitbewerber hohe Breitbandgeschwindigkeiten versprochen hätten und dann am Ende eine geringe Qualität vorhanden gewesen sei.


Eine befriedigende Lösung für alle zu finden, so Felbinger, sei nach wie vor das Ziel. Um den neuerlichen Aussagen der HAB-Net auf den Grund zu gehen, habe er deshalb eine verbindliche Anfrage an die Bundesnetzagentur gestellt. „Sollte diese bestätigen, dass Langenprozelten ausgebaut ist, dann liegt die Feder des Handelns bei der Telekom“, so Felbinger.




 

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