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23 Januar 2010

Reform der gymnasialen Oberstufe

Ohne Konzept, ohne durchdachten Lehrplan mit entsprechender Stundentafel, ohne konkrete Vorstellungen eines künftigen Abiturs ist das achtjährige Gymnasium unüberlegt und überstürzt eingeführt worden.

Nach wie vor ist das Kultusministerium damit beschäftigt deshalb mit Reparaturarbeiten und Nachbesserungen die Proteste von Eltern, Schülern und Verbänden in Grenzen zu halten.

Schüler, Eltern und Lehrer sind mittlerweile so verunsichert, dass auch durchaus sinnvolle Vorschläge zur Prozesssteuerung und Begleitung der Schulen bei der Einführung der neuen gymnasialen Oberstufe, wie sie von Spaenle im Bildungsausschuss vorgestellt wurden, bei den Betroffenen nicht mehr ankommen. Wir wünschen allen Beteiligten, dass durch diese überfälligen Reparaturmaßnahmen trotzdem die Grundlage für ein erfolgreiches Abitur gelegt werden kann.


23 Januar 2010

Lehrerausbildung in Bayern

Eine langfristige und bessere Planung bei der Lehrerausbildung fordern wir Freie Wähler angesichts der in dieser Woche bekannt gewordenen „Ausstellung“ von rund 200 Referendaren, die zum Halbjahr nicht in den Schuldienst übernommen werden. Einmal mehr sehen wir die Forderung nach einer sogenannte integrierten Lehrerreserve als wichtig an, fünf Prozent der Planstellen beinhalten sollte.

Nur damit könnte der Unterrichtsausfall im Freistaat deutlich zu reduzieren. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, werden wir um eine integrierte Lehrerreserve in Höhe von fünf Prozent der vorhandenen Planstellen auch am Gymnasium nicht herumkommen.


23 Januar 2010

Bayerischer Bildungsbericht 2009

Der Bayerische Bildungsbericht, den Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Bildungsausschuss vorstellte, zeigt sehr deutlich, dass die Rahmenbedingungen im bayerischen Bildungswesen weiterhin nicht stimmen.

Nach wie vor viel zu wenig Lehrer, zu große Klassenstärken und eine seit Jahrzehnten vernachlässigte, qualitätsorientiert-zuverlässige Personalpolitik haben zu den ernüchternden Ergebnissen geführt, die uns der Bildungsbericht heute erneut vor Augen geführt hat.

Nach wie vor wird die Bedeutung der frühkindlichen Bildung und einer intensiven Elternbegleitung besonders bei Kindern mit Migrationshintergrund im Freistaat größtenteils ausgeklammert oder zumindest vernachlässigt. Auch die hohe Zahl der Schul-Abbrecher ist nach wie vor erschreckend.

Erschreckend fand ich den deutlich gestiegenen Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss an Förderschulen. Auch der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat sich erschreckend erhöht. Hier werden weiter erhebliche Anstrengungen nötig sein indem der Mobile sonderpädagogische Dienst (MSD) weiter ausgebaut werden muss.

Es fehlen weiterhin ausführliches Zahlenmaterial und konkrete Angaben zur demographischen Entwicklung, mit denen eine verlässliche Prognose der Schülerzahlen in den kommenden Jahren erstellt werden kann. Die sinkende Zahl von Wiederholern in allen Schularten ist dagegen erfreulich, kann jedoch nur durch eine Erhöhung der Förderstunden weiter reduziert werden.


19 Januar 2010

Zukünftige Schullandschaft

Der Zukunft der Bildungspolitik im Allgemeinen, aber vor allem auch der Schullandschaft im Landkreis Main-Spessart galt mein Interesse in den vergangenen Stimmkreistagen. Bei Besuchen des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums in Lohr, der Fachoberschule in Marktheidenfeld und der Verbandsschule Kreuzwertheim konnte ich im Dialog mit den Schulleitern wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungswerte für meine Arbeit im Bildungsausschuss gewinnen.

Im Gespräch mit dem  Schulleiter des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums, OStD  Christian Conradi, standen die Fragen zum G8 und der immer wieder von Eltern und Schülern beklagte Leistungsdruck und die Belastung der Schüler und Lehrer im Fokus. Die Gestaltungsspielräume für die Lehrkräfte bei den neuen Lehrplänen werden am FLvE-Gymnasium im Einvernehmen mit den Schülern genutzt, um so den insgesamt umfangreichen zeitlichen Aufwand verträglich zu gestalten. Hierzu bieten die kompetenzorientierten Lehrpläne statt der früheren lernzielorientierten Lehrpläne gute Möglichkeiten, die in einer vor-Ort-Lösung umgesetzt werden.

Beeindruckend war auch die Tatsache der Zusammenarbeit mit den Grundschulen im Bereich der Vorbereitung auf das Gymnasium sowie in der gymnasialen Anfangsphase (Gelenkklasse).

An der Fachoberschule Marktheidenfeld stellte Schulleiter, StD Karl Fuchs, die vielfältigen Möglichkeiten der immer beliebter werdenden Schulart vor. Steigend Schülerzahlen seit Jahren rufen bei der FOS Marktheidenfeld vor allem ein räumliches Problem hervor. Daneben war vor allem die verfehlte Personalpolitik des Kultusministeriums Gegenstand des Gesprächs. Fehlendes Personal zum einen und fehlende Planstellen zum anderen bereiten den FOSen große Probleme. Auch die Möglichkeiten der fachpraktischen Ausbildung in der heimischen Industrie und Wirtschaft wurden als wesentliches Merkmal der einzigen FOS im Landkreis angesprochen. Hier benötigen vor allem die „Techniker“ ausreichend Praktikumsplätze und somit das Mitwirken der Betriebe in Main-Spessart.

Um die Zukunft der Verbandsschule Kreuzwertheim im System der von der Staatsregierung geplanten Schulverbünde ging es im Gespräch mit Schulleiter Hartmut Hertlein, dessen Stellvertreterin Susanne Rinno und dem Schulverbandsvertreter Herrn Kuhn. Hierbei wurde deutlich, dass eine pragmatische Lösung mit der Verbandsschule Faulbach in einem landkreisübergreifenden Schulverbund das Wünschenswerte wäre, denn damit könnten in einem 9 plus 2-Modell die Vorteile des Profils beider Schulen am besten umgesetzt werden. Für die Kreuzwertheimer Verbandsschule ist eine starke Positionierung gegenüber dem auf der anderen Mainseite in Baden-Württemberg liegenden Wertheim dringend notwendig.


19 Januar 2010

Presse: Freie Wähler zur geplanten Entlassung Bayerischer Junglehrer

Felbinger: Gymnasien brauchen qualifizierte Lehrer

Bestürzt reagierte Landtagsabgeordneter Günther Felbinger(Gemünden) auf die
drohende Nichtübernahme von 300 Junglehrern an bayerischen Gymnasien. Im
Laufe der vergangenen Woche hatten mehrere Referendare aus unterfränkischen
Landkreisen den Gemündener Bildungspolitiker auf die drohende Entlassung
aufmerksam gemacht. Angesichts der Lehrermangelsituation in den
naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem an Gymnasien und Fachoberschulen ist
es nicht nur volkswirtschaftlich gesehen eine Verschleuderung von Lehrerressourcen,
sondern auch ein Armutszeugnis für die Planlosigkeit des Kultusministeriums im
Bereich der Lehrerausbildung. Die bayerischen Gymnasien könnten sich einen
weiteren Verlust an qualifizierten Lehrern nicht mehr leisten. „Jetzt zeigt sich, was die
schwarz-gelbe Regierungskoalition unter einer ‚Weiterentwicklung des
Bildungsstandortes Bayern‘ wirklich versteht.“
Felbinger weiter: „Ich weiß aus meiner Tätigkeit als Lehrer, was das Verhalten der
Staatsregierung für die von Arbeitslosigkeit bedrohten jungen Kolleginnen und
Kollegen bedeutet. Längst gehen dort Enttäuschung, Wut und blanke Existenzangst
um. Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass in manchen Fächern weniger als fünf
Prozent der Referendare übernommen werden sollen, nachdem es in den
vergangenen Jahren noch alle Bewerber bis zu einem Notendurchschnitt bis 3,5
waren. Nun drohen nach Angaben des Bayerischen Philologenverbandes selbst
Referendare mit sehr guten Noten leer auszugehen, vor allem in den
Fächerkombinationen Deutsch und moderne Fremdsprachen. Das ist kein
nachhaltiges Qualitätsmanagement, wie wir es für ein zukunftsfähiges Schulsystem
brauchen!“
Felbinger warf der Staatsregierung vor, die Junglehrer als billige Arbeitskräfte zu
missbrauchen, um ihnen nach beendeter Ausbildung eiskalt die Loyalität zu
entziehen. „Wir werden unseren ohnehin schon gesunkenen Bildungsstandard ganz
sicher nicht mit immer weniger Lehrern halten können; wir brauchen jeden
qualifizierten Lehrer!“
Felbinger fordert deshalb von der schwarz-gelben Regierungskoalition, dringend
umzudenken und mit dem Aufbau einer Lehrerreserve für alle Schulen zu beginnen.
„Es wäre sinnvoll, möglichst schnell unsere Vorschläge zur universitären
Lehrerausbildung zu übernehmen, welche die Möglichkeit eines Einsatzes an
mehreren Schularten vorsehen“, so Felbinger abschließend.


15 Januar 2010

NEWSLETTER 2/2010 – Klausurtagung der Landtagsfraktion in Bischofsreut

Zu den Themen der Klausurtagung:

Zum Thema regionale Wirtschaftsförderung:

Im Bereich der regionalen Wirtschaftsentwicklung wurde von Prof. Wolfgang Dorner von der Fachhochschule Deggendorf das Technologie Campi im Bayerischen Wald als ein Vorzeigeprojekt präsentiert. Dabei wurde deutlich, dass auch der ländliche Raum eine Entwicklungsperspektive für die Hochschule bilden kann und Universitäten  auch im ländlichen Raum neuen Entwicklungsmöglichkeiten geboten bekommen.

Die an den Standorten Cham, Teisnach und Freyung in Zusammenarbeit und Anlehnung an die vorhandenen Wirtschafts-Schwerpunkte gegründeten Technologie Campi bieten neue Studiengänge und gleichzeitig Forschungsstandorte im Bereich Mechatronik und Automatisierungstechnik, Optische Technologien und Hochfrequenztechnik und Angewandte Informatik und Bionik. Damit werden nicht nur Studienmöglichkeiten, sondern auch Forschungsmöglichkeiten für die Unternehmen geboten, was in der Summe zu einer Stärkung des ländlichen Raumes führt. Interesssant dabei, dass etwa 80% der Absolventen nach Abschluss ihres Studiums der Region erhalten bleiben. Die Studierendenzahlen sind kontinuierlich ansteigend und haben mittlerweile 2008/09 die 3500er-Marke überschritten.  Insgesamt gab es seit Gründung der FH Deggendorf rund 20 Ausgründungen mit potenten heimischen Unternehmen und rund 200 Technologiearbeitsplätze sind dadurch entstanden.

Ein Vortrag des Wirtschaftslandesrat des Landes Oberösterreich, Viktor Sigl, verdeutlichte das beispielhafte Regionalmanagement der Oberösterreich GmbH, das zum Ziel hat optimale Rahmenbedingungen für die Betriebe zu schaffen und somit Arbeit zu den Menschen in die Region zu bringen.

Sich konstituierende Gemeindeverbände werden vom Staat finanziell unterstützt und damit wurde seither ein dichtes Innovationsnetzwerk von 21 Technologie- und Impulszentren, 19 interkommunale Betriebsbaugebiete und fünf große Wirtschaftsparks im ländlichen Raum geschaffen. Das Breitbandoffensive-Programm des Landes Oberösterreich bietet allen 444 oberösterreichischen Gemeinden Topdatenautobahnen. Initiativen wie „Nahbleiben –Dableiben“ für eine verantwortungsvolle Nahversorgung oder die Gründung der Europaregion Donau-Moldau, um an EU-Fördertöpfe zu kommen, bilden weitere interessante Ansätze in Oberösterreich.

Verabschiedetes Grundsatzpapier der Freien Wähler zum Ländlichen Raum:

Der Ländliche Raum ist – so scheint es – nun endlich im Bewusstsein aller politischen Vertreter in Bayern angekommen; auch bei denen, die sich bisher kaum dafür interessierten. Die Freien Wähler, die sich durch Ihre Sachkompetenz und politische Erfahrung in der bayerischen Kommunalpolitik als unersetzliche Kraft etabliert haben, betonen seit jeher den dringenden Handlungsbedarf im Ländlichen Raum.

Dabei sind die Freien Wähler schon lange von einer pauschalen Betrachtung des begrifflich schwierigen Komplexes „Ländlicher Raum“ abgekommen und wissen klar zu differenzieren: Ländlicher Raum ist nicht automatisch gleichzusetzen mit „strukturschwach“; es gibt eine Vielzahl von positiven Entwicklungsbeispielen im Ländlichen Raum. Während jene sich auch ohne zentrale Förderung als zukunfts- und wettbewerbsfähig erweisen, muss der Fokus der Regionalpolitik auf die tatsächlich strukturell schwächeren Gebiete gerichtet werden. Um diese wollen wir uns besonders kümmern.

Aus unserer Sicht müssen bei allen Überlegungen zur Weiterentwicklung des Ländlichen Raums vor allem Möglichkeiten der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsicherung in den benachteiligten Ländlichen Räumen erarbeitet werden. Der strukturschwache Ländliche Raum kann sein Potential entwickeln und seine volle Kraft entfalten, wenn es wirtschaftliche Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gibt.

Um die Attraktivität des Ländlichen Raums zu erhalten und weiterzuentwickeln fordern wir daher:

-          Die konsequente Förderung infrastruktureller Maßnahmen im benachteiligten Ländlichen Raum. Neben der Bereitstellung leistungsfähiger Verkehrswege, die für den Ländlichen Raum als Lebensadern dienen, ist das Voranschreiten des Breitbandausbaus immer noch nicht zufriedenstellend. Oberste Priorität muss es haben, dass die digitalen Autobahnen so schnell wie möglich gerade die benachteiligten Regionen erreichen. Gerade für die strukturschwachen Regionen, in denen sich die Investitionen für Telekommunikationsunternehmen nicht lohnen, fehlen der Staatsregierung die Ideen. Ohne Breitband keine Zukunft!

-          Verstärkte Wirtschaftsförderung, insbesondere in der Investitionsförderung. Die Möglichkeiten, die das Europäische Beihilferecht gibt, werden bis dato nicht voll ausgeschöpft. Wir brauchen innovative und leistungsstarke Unternehmer im Ländlichen Raum, um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern.

-          Positive Erfahrungen der interkommunalen Zusammenarbeit nutzen. Egal ob Infrastrukturmaßnahmen, Ausgestaltung von Gewerbegebieten oder die Vermarktung gesamter Regionen: Gemeinsam sind Kommunen schlagkräftiger und oft erfolgreicher: Diese Erfahrungen sollten von allen politischen Ebenen gefördert und unterstützt werden.

-          Die Staatsregierung muss den strukturschwachen Ländlichen Raum endlich zur Chefsache machen: Ein Staatssekretärsausschuss, genügt nicht, um den enormen Herausforderungen der benachteiligten Regionen gerecht zu werden!

-          Wir fordern aktive Strukturmaßnahmen, um das Ausbluten der Ortskerne zu verhindern. Gleichzeitig geben wir dem Erhalt von Kulturlandschaften mit regionaler Prägung klar den Vorzug vor Einheitslandschaften durch überbordende EU-Regelungen.

-          Wohnungsnahe Schulen in allen Schultypen sind die Grundlage dafür, dass Schüler bereits in jungen Jahren ihre Verbundenheit mit dem Ländlichen Raum erhalten. Nur wenn durch heimatnahe Schulen auch im Ländlichen Raum gleiche Bildungschancen bestehen, kann sich dieser positiv weiterentwickeln.

-          Die Rekommunalisierung der Energieversorgung in Bayern bietet enormes Potential. Der Ländliche Raum bietet sehr gute Voraussetzungen für einen flächendeckenden, zukunftsorientierten Energiemix in Bayern

-          Auch die öffentliche Hand kann gezielt Arbeits- und Ausbildungsplätze im Ländlichen Raum schaffen. Sei es durch die Verlagerung von Forschungsstandorten oder von öffentlichen Institutionen in den Ländlichen Raum. Um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht zu werden, sollen derartige Verlagerungen jedoch auf lange Frist geplant und nicht als Hau-Ruck-Aktionen durchgeführt werden.

-          Generell gilt das Primat der Subsidiarität: Meist haben gerade die Vertreter der regionalen Wirtschaft und Politik, die genau wissen, wie ihr Ländlicher Raum gefördert werden kann. Die Aufgabe der Bayerischen Staatsregierung ist es, den Dialog mit den kreativen Köpfen vor Ort zu führen, Freiheiten für die Entwicklung von Lösungskonzepten zu gewähren, um schließlich bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen und zu helfen. Förderprogramme müssen dafür genutzt werden, Gestaltungsspielräume zu eröffnen und nicht, um Bürokratie und Kontrolle zu erhöhen.

-          Die Ankündigung der Staatsregierung, das Landesentwicklungsprogramm (LEP) völlig neu zu gestalten lässt aufhören: Wir sehen diesen Neuanlauf als eine gute Chance, kraftvoll neue und sinnvolle Ideen einzubringen und überholte und bürokratische Vorschriften zu beseitigen. Der bisherige Kurs der Staatsregierung lässt jedoch bisher keine Vision des Ländlichen Raums erahnen, der für diese Aufgabe zentral ist. Die Freien Wähler werden sich gerade hier tatkräftig einbringen und als treibende Kraft agieren:

  • Der vielfach zitierte Wandel im Handel kommt beispielsweise bei der Betrachtung der allgemeinen Entwicklung in Bayern zu kurz! Hier zeigt sich mit welcher Dynamik der Einzelhandel auf veränderte Kundenwünsche reagieren muss! Eine Überarbeitung des LEP in diesem Punkt wird seit 2008  von uns Freien Wählern permanent gefordert! Doch außer Worthülsen bringt die Regierung hier nichts zu Stande!


Zum Thema Nachtragshaushalt:

Ausgiebig wurde der Entwurf zum Nachtragshaushalt 2010 diskutiert. Die Freien Wähler werfen CSU und FDP vor, sich zu wenig um die Auswirkungen ihrer Berliner Steuerpolitik auf die Kommunen zu kümmern. Dort werden Verträge zu Lasten Dritter abgeschlossen. Die Kommunen müssen ausbaden, was Schwarz-Gelb in Berlin unterschreibt. Bayern verliert hunderte Millionen. Unsere Forderung lautet angesichts der Passivität der CSU: „Entweder in Bayern nachbessern oder in Berlin nicht zustimmen.“

Um das Schlimmste zu verhindern, fordern die Freien Wähler im Zuge der Verhandlungen zum Nachtragshaushalt in Bayern eine Erhöhung des Kommunalanteils am Steuerverbund von 12% auf 12,5%, was den Kommunen etwa 140 Millionen Euro einbrächte. Durch den massiven Einbruch bei der Gewerbesteuer und der und der Ausgabesteigerungen im Sozialbereich wäre somit ein Ausgleich möglich.

Wir fordern 150 Millionen Euro mehr vom Staat für die bayerischen Kommunen. Das Geld soll gezielt zur Förderung finanzschwacher Gemeinden verwendet werden. Zudem fordern die FW ein kostenloses Kindergartenjahr und die Abschaffung der Studiengebühren im Freistaat.

Zum Thema Umfrageergebnisse:

Bei der Klausurtagung wurden auch die neuen Infratest Dimap-Umfrageergebnisse bewertet. Nach dem Absacken der FW von zehn Prozent bei der Landtagswahl 2008 auf derzeit laut Umfrage sechs Prozent wurde dieses Ergebnis in der Fraktion kritisch unter die Lupe genommen.

Dennoch gilt es, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, bilden doch Umfrageergebnisse stets aktuell bezogene Daten. Diese sind derzeit  sehr stark durch die Landesbank-Affäre geprägt waren. Hierbei vertritt unsere Fraktion eine seriöse und aktive Aufklärungsarbeit, während andere Fraktionen durch teilweise fragwürdiges Aufklärungsverhalten die Schlagzeilen beherrschen. Uns ist klar, dass es jetzt mehr denn je heißen muss: «Präsenz zeigen, ackern, draußen vor Ort sein».

„Die sechs Prozent bilden Grundstock, auf dem es aufzubauen gilt“ sagte unser Fraktions-Chef Hubert Aiwanger und meinte,  es ein Problem, dass die Freien Wähler aufgrund ihrer starken Verankerung in den Kommunen zu einer Politik verpflichtet seien, «die es irgendwie jedem recht machen muss». Zur Rolle der FW als Opposition im Landtag meinte der Fraktionschef: «Wir sind nicht an der Demontage der Regierung interessiert.» Er werde sich auch weiterhin für eine unabhängige und neutrale Politik der Freien Wähler in Bayern einsetzen.

Dennoch wird es meiner Einschätzung zufolge unumgänglich sein, künftig deutlicher Profil und auch einmal Ecken und Kanten zu zeigen. „Wir können es uns dauerhaft nicht leisten, es Jedem recht zu machen!“


14 Januar 2010

Freie Wähler Kinospot zur Bildungspolitik

Ganz aktuell vor Beginn der bildungspolitischen Dialogforen in den Landkreisen Main-Spessart, Kitzingen, Bad Kissingen, Würzburg Land und Rhön-Grabfeld hat die Landtagsfraktion einen Kinospot für eine bessere Bildungspolitik gedreht.

Kurz aber mit Nachdruck werden hierbei die Forderungen der Freien Wähler nach kleineren Klassen, wohnortnaher Beschulung und mehr Lehrern betont. Die Anträge und Initiativen die hierzu auch von Günther Felbinger veranlasst wurden sind auf unserer Seite unter dem Punkt "Aktuelles" einsehbar. Günther Felbinger wird persönlich bei allen Dialogforen vor Ort sein und sich mit Besuchen an den Schulen über die jeweilige Situation informieren. Die Schulbesuche starten am Freitag den 15.01.2010 am Erthal-Gymnasium in Lohr und der FOS/BOS Marktheidenfeld sowie am 18.01.2010 an der Volksschule Kreuzwertheim. Weitere Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Link: Freie Wähler-Landtag: Kinospot zur Bildung



10 November 2009

Bildungsgespräch in Karlstadt

Auf große Resonanz stieß das erste bildungspolitische Bürgergespräch am gestrigen Montag im Schwanensaal der  Sparkasse Karlstadt. Rund 70 Bildungsinteressierte Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Schulleiter, Lehrkräfte, Elternbeiräte sowie Vertreter der Lehrerverbände BLLV und GEW fanden sich ein, um Günther Felbinger Anregungen für die anstehenden Reformen im Bildungssektor mit zugeben.

Günther Felbinger stellte zunächst in einer Powerpointpräsentation die anstehenden Reformen des CSU/FDP-Modells zur Mittelschule vor und zeigte die Konsequenzen, gerade für die kleineren Hauptschulen des Landkreises Main-Spessart auf.  Demnach würden die großen Hauptschulen in Karlstadt, Lohr, Marktheidenfeld und Gemünden erhalten bleiben, die anderen Schulen könnten im Rahmen von Schulverbünden als Außenstellen fungieren. „Nach diesem Modell würde der Schulbustourismus  innerhalb der Schulen eines Schulverbundes gefördert werden, wir wollen lieber die Schüler fördern statt befördern“, so Felbinger. In dem Modell der Freien Wähler würden demnach  die eingesparten Transportkosten direkt in mehr Lehrerstunden an den Schulen investiert werden, um hier im Interesse der Schüler, intensiver und individueller arbeiten zu können. Außerdem forderte er eine stärkere Vermittlung von Kernkompetenzen, wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft, da gerade diese Eigenschaften von den Unternehmen und Handwerkern eingefordert würden.

Für diejenigen, welche für eine verlängerte gemeinsame Grundschulzeit bis zur sechsten Klasse plädieren, zeigte er noch einmal die Konsequenzen für alle Schularten auf, wie Infragestellung der Existenzberechtigung der Hauptschule, verkürzte Realschulzeit und verkürzte Gymnasialzeit.

Die anschließende Diskussion zeigte dabei eindeutig, dass eine große Schulstrukturreform mit einer längeren gemeinsamen Schulzeit aller Schüler im Landkreis Main-Spessart keine Mehrheit finden würde. Rund 90 Prozent der Anwesenden lehnten dies ab. Stattdessen mahnten sie an, die heutigen Rahmenbedingungen an den Schulen zu verbessern. So meldeten sich viele, die vor allem zusätzliches Personal, in den Fachbereichen, wie in der Schulverwaltung oder bei den schulischen Zusatzangeboten forderten. Dadurch könnten kleinere Klassen erreicht werden, in denen das Lernen Spaß macht und eine effektivere Förderung jedes Einzelnen leichter möglich wäre.

Gerade die anwesenden Rektoren der Schulen im Landkreis wünschten sich bei der Umsetzung mehr Eigenverantwortung übernehmen zu können.  Dadurch könne man mehr Flexibilität in den Schulen erreichen und gezielter  Lehrpersonal an den richtigen Stellen einstellen, meinte  OStD Albert Häussler vom Johann-Schöner-Gymnasium Karlstadt und Rektor Kunkel von der Hauptschule Gemünden. Allerdings erfordere dies weniger Zentralismus von München aus sondern mehr Freiheit für die Schulen vor Ort.

Auch in Bezug auf die weitere demographische Entwicklung im Landkreis und die stetig sinkenden Schülerzahlen sahen viele Teilnehmer nicht die Lösung im geplanten Mittelschulmodell. Hier müssten für die Region individuellere, pragmatischere Lösungen erarbeitet werden, die es, wie zum Beispiel in Arnstein, ermöglichten, dass bei der räumlichen Nähe von Realschule und Hauptschule auch eine Kooperation möglich wäre und nicht die Hauptschüler im Schulverbund nach Werneck fahren müssten.

Felbinger versprach, sich hier auch weiterhin im Interesse des Erhalts der wohnortnahen Schule für den Landkreis einzusetzen. Er zeigte sich beeindruckt von der deutlichen Aussage der Anwesenden das dreigliedrige Schulsystem beibehalten zu wollen und versicherte auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen an den Schulen in Bezug auf die Personalaufteilung,  im Ausschuss Jugend, Bildung und Sport, hinzuarbeiten.

Eine Fortführung dieser bildungspolitischen Bürgergespräche ist auch für die Landkreise Bad Kissingen und Kitzingen geplant.


29 Oktober 2009

Maulkorb für Schulleiter!

Können Sie sich vorstellen, Ihre Kinder auf eine Schule zu schicken, deren Schulleiter keine freie Meinung mehr äußern dürfen? Was halten Sie davon, wenn Schulleiter sich ernste Gedanken über die Schulpolitik machen und deshalb zu Einzelgesprächen "vorgeladen" werden?

Liebe Eltern, liebe Lehrer, liebe Schüler,

das ist kein schlechter Roman. Es ist nicht irgendwo in China, Amerika oder Afrika geschehen, sondern passiert bei uns!
Nachdem 28 Schulleiter des Schulamtsbezirks Bad Kissingen in einem Brief an den Ministerpräsidenten, den Kultusminister und an die unterfränkischen Landtagsabgeordneten Bedenken über die Reformen der bayerischen Schulpolitik und deren Auswirkungen äußerten, wurden sie zu Einzelgesprächen in die Regierung von Unterfranken bestellt.

In einer schriftlichen Anfrage an das Kultusministerium stellte ich unter anderem die Frage: "Dürfen Schulleiter in Bayern nicht mehr ihre freie Meinung äußern?" Die schrifliche Antwort von Dr. Ludwig Spaenle auf diese Frage beschränkte sich auf ein kurzes "Nein!"

Wie hier mit den Verantwortlichen für die Bildung unserer Kinder umgegangen wird ist unfassbar und absolut nicht zu akzeptieren! Fachkräfte, die jeden Tag die Missstände der bayerischen Schulpolitik erleben und ertragen müssen werden mit einem Maulkorb versehen, wenn sie sich Gedanken über die Lösung von Problemen machen. Welchen Nutzen haben dann die von Spaenle ins Leben gerufenen Dialogforen? Welchen Dialog soll ein Lehrer mit Maulkorb führen?

Garantiert ohne Maulkorb für Lehrer, Eltern und interessierte Bürger findet am 9. November ein ehrlicher Dialog statt. In den Schwanensaal der Sparkasse in Karlstadt lade ich Sie herzlich ein, um mit mir darüber zu diskutieren, was Schüler, Eltern und Lehrer im Landkreis bewegt, welche Schulkonzepte Sie sich für den Landkreis Main-Spessart wünschen und wie die Landespolitik Schulen und Schulstandorte unterstützen kann. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr.

Ich bitte alle Interessierten sich per Telefon (09353 / 983010) oder per E-Mail (infoservice@guenther-felbinger.de) anzumelden.

Wenn die Staatsregierung nicht an einer sinnvollen Schulpolitik und der Meinung der Lehrer und Eltern interessiert ist - ich bin es!

Ihr Günther Felbinger

Hier können Sie die Anfrage nachlesen!

Link: MdL Günther Felbinger informiert (16)


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